Greenfield 2009
Gleich zu Beginn: Es war mein erstes Open Air, und ich hatte vorher keine Ahnung, wie das im Detail abläuft.
Insofern möge man mir meine folgenden, vielleicht noobigen Aussagen verzeihen.
Freitag: Mein erster Open-Air beginnt, mit Poik fahre ich per Zug von Zürich nach Interlaken. Schon auf dem Weg dorthin begegnen uns einige andere Besucher. Z.B. eine noch halbwegs Minderjährige zusammen mit ihrem Begleiter/Teilzeitfreund/Beziehung, die sich gottlos darüber aufregt, dass sie vielleicht mit all dem Gras gefilzt werden könnten, und sie dann nichts zum kiffen hätten. Auf jeden Fall drehen sie wacker ihre Joints und verstecken sie in ihrem Ausschnitt.
Angekommen auf dem Festival-Gelände (das war dank Poiks Erfahrung und Planung schneller und problemloser erreichen als viele andere) stellen wir erstmal unser Zelt auf, richten uns ein und suchen dann nach den anderen. Pünktchen aka Stössu finden wir recht schnell, Joos dauert da etwas länger und Poiks Arbeitskollegin wird sogar ziemlich komplex. Wir irren planlos im Zelten-Meer umher und finden sie erst nach langer Suche. Stössu und ihre Bande haben einen Pavion aufgestellt, der gut durchlüftet ist und viel Schatten bietet, die nächsten drei Tage findet man uns tagsüber fast immer dort, da es der beste Platz zum ausspannen und Schatten tanken ist.
Es wird spät, als wir erstmal eine Band hären. Nightwish treten auf der Main Stage auf, als gerade die Sonne untergangen ist. Instrumental sind sie immer noch genauso genial wie früher. Aber dann betritt ein Mädchen im pink-weissen Blumen-Kleidchen, mit blondierten Haaren und später sogar mit einem silbernen Krönchen die Bühne… Ich wills erst nicht wahr haben, später wirds mir aber dann doch versichert: Das ist immer noch die gleiche Sängerin wie vor einem Jahr im Hallenstadion. Naja, vielleicht vom Namen her, aber das wars dann auch schon. Sie quietscht wie ein Eisenbahnwagen, trifft die hohen Töne nicht, das Publikum läuft davon, die Hände werden kaum noch gen Himmel gestrickt. Zumindest solange bis wieder ein Lied gspielt wird, wo sie nicht singt. Kein Vergleich mehr zu vor einem Jahr als sie ihren Einstieg gab und noch richtig cool war. Dieses Püppchen, dass da vorne wie ein kleine Pseudo-GoLo rumhüpft und kreischt, würde man nicht mal mehr an einen Kindergeburtstag einladen. Schade, wirklich, denn sonst ist Nightwish unverändert und bringt musikalisch nach wie vor das, was man an der Band liebte…
Noch bevor sie fertig sind ziehen sich Poik und ich auch zurück und gönnen uns ein paar Drinks. Später meint Poik sogar, dass sie schwanger sein könnte. Vielleicht, nachdem sie ihr Krönchen aufgesetzt hatte, konnte ich sie eh kaum noch anschauen…
Via Baccardi-Zelt und einigen netten Unterhaltungen mit zwei von Stössus Kameradinnen begeben wir uns Richtung Zelt udn schlafen so gegen 5 Uhr morgens ein.
Samstag: Scheisse ist das heiss! Um 8 wache ich das erste Mal, nass geschwitzt. Unser Zelt mag vielleicht den übelsten Stürmen in den südamerikanischen Anden gestrotzt haben, aber die Temperatur im Innern foltert einen fest so sehr, dass man sich in die Anden wünscht, wos wenigstens kühler ist. Um 10 ist auch Poik wach und wir begeben uns wieder zu Stössus Pavion. Unglaublich wieviel Zeit man in diesem kühlen Schatten tot schlagen kann! Es wird schon wieder später Nachmittag als wir uns wieder beginnen zu bewegen und schier besser ausgeruht sind als nach den paar Stunden Schlaf.
Mit Guano Apes beginnen wir den musikalischen Abend. Grad paralysierend sind sie nicht, aber Stimmung machen sie alleweil und bringen einen in Stimmung. Die grossen Acts warten noch auf. Nämlich Billy Talent gleich im Anschluss. Die gehen voll ab und die Stimmung ist genial im Publikum. Das erste Mal erfahre ich, dass man diese Mischung aus Boxkampf und „Tütschibahn“ mitten im Publikum „Ring of Death“ nennt. Nicht mein Ding, ich bin hier um die Band zu hören und nicht um „Tütschiauto“ zu spielen. Poik ist da anders und springt zweimal in diesen Haufen aus vorwiegend T-Shirt-losen Männern, die sich gegenseitig in alle Richtungen schleudern. Bevor das Konzert um ist, und ich auch noch so einen Ring of Death gedrängt werde, wechseln Poik und ich ins Zelt, wie the Ting Tings spielen werden. Wir ergattern uns einen Platz an der vordersten Front und erleben eine wahrhaft geile Show! Ich liebe the Ting Tings, und liebe das, was sie bieten! Fast bei jedem Lied wechseln die beiden wieder ihre Instrumente aus. Sie tanz umher, wird Trommeln um, steht drauf und singt weiter. Er spielt Key-Board, Schlagzeug, Gitarre, alles gleichzeitig. Die Stimmung ist super, die Publikum friedlich und trotzdem hell begeistert am feiern, sogar Poik, der sie vorher kaum kannte ist begeistert. Das beste Konzert für mich am Greenfield, und es hat sich mega gelohnt! Am Schluss verpass ich den Drumstik nur um ein paar Zentimeter…
Als nächstes würden jetzt eigentlich noch the Wombats auf uns warten, aber Poik und ich sind erstmal fertig. Kurz ziehen und uns um und gehen dann zurück zum Baccardi-Zelt wo wir die beiden vom Freitag-Abend wieder treffen. Nach einem Drink tanzen wir wieder fröhlich in die Morgentunden, bis Poik und mir der Alkohol ausfährt und wir einfach nur noch müde sind und schlafen wollen.
Sonntag: Der letzte Tag und wieder weckt mich dei brütende Hitze, für einen Ventilator würde ich einiges geben, aber es nützt alles nichts. Dieses Mal ist es sogar so heiss, dass nicht mal mehr der Pavion der Stössus uns noch wirklich in Ruhe ausspannen lässt. 5 Mal gehen wir zur Wasserstelle. Überall stapelt sich der Abfall, die Blicke sind müde geworden, kaum einer mag noch Bier trinken. (Poik und ich haben uns übrigens ziemlich zurück genommen. ^^) Die Toi Toi Inseln stinken schlimmer als die Jauche-Kästen meines Onkels. Alles stinkt nach Alkohol, Pisse, Deo und Schweiss. Aber eine Band steht noch auf unserem Plan: Disturbed, der Grund wieso Poik hier ist. Ganz an die Front schaffen wir es leider nicht, aber doch ziemloch weit nach vorne. Ich kenn die Band nicht, kein einziges Lied, aber sie machen Stimmung, sehen cool aus, und auch wenn der Sänger manchmal das Verhalten eines Gorillas hat, schafft er es sogar mich zum mitmachen anzuregen. Wieder gehen Rings of Death auf, ausserdem wird das halbe Publikum auf Händen nach vorne getragen. Poik geht voll ab, geniesst es in vollen Zügen, irgendwann verlier ich ihn aus den Augen. Erst als es vorbei ist, findet er mich wieder.
Müde gehts zurück zum Zelt, das Wetter wird schlechter, hastig bauen wir unser Zelt ab und verschwinden. Am Bahnhof müssen wir drei Viertelstunden warten bis der nächste Zug kommt, das freut unser Herz doch. Ist Interlaken soweit von allem weg?
Via Zürich gehts nach Hause, ich erwisch knapp meinen Zug. 5 Stunden nach dem Ende des Konzerts von Disturbed bin ich zu Hause, und lebe noch. ^^

Kennsch scho de Urs? xDDDDD
yes~~ xD Kennsch de Urs?
de esch supii gsii Azu…